BERICHT ÜBER DEN SCHÜLERAUSTAUSCH MIT DEM LICEO
CLASSICO EUROPEO "UCCELLIS" IN UDINE / ITALIEN VOM 3. -10. MAI 2010
Nachdem die italienische Gruppe Anfang Februar bei uns im tief verschneiten Renningen zu Gast war, fand nun der zweite
Teil des Austausches statt: der Gegenbesuch von Renninger ItalienischschülerInnen aus den Klassen 10 und 11 in Begleitung
von Frau Brancato und Frau Liebhart.
Der Austausch mit dem liceo classico europeo "Uccellis" fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt, und so erfuhren wir vor
Ort viel Neues über unsere altehrwürdige Partnerschule. Es handelt sich um eine Schule, die von der Grundschule bis zum
Gymnasium alle Schultypen und sogar ein Internat unter einem Dach vereint. Eine Besonderheit ist die starke sprachliche
Ausrichtung des liceo, so werden beispielsweise die Fächer Biologie und Geschichte auf Deutsch von Lehrern mit deutscher
Muttersprache unterrichtet und die Schüler haben die Möglichkeit, neben dem italienischen auch das deutsche Abitur
abzulegen. Aus diesem Grund verfügen unsere italienischen Austauschschüler über gute Deutschkenntnisse und zeigen
auch viel Interesse für Deutschland.

Am Montag, den 3. Mai 2010 reisten wir mit einem Bus in das knapp 700 km entfernte Udine, wo wir gegen 17.30h ankamen
und von unseren Partnern und Gastfamilien herzlich empfangen wurden.
Am nächsten Tag erhielten wir vormittags viele Informationen über die Stadt Udine, die Region Friuli Venezia-Giulia
(Friaul Julisch Venetien), über die Geschichte und die Besonderheiten des "Uccellis" (einer ehemaligen Klosterschule
für reiche Töchter), durch dessen Gebäude einschließlich einer schuleigenen Kapelle wir geführt wurden.
Nachmittags machten wir bei strömendem Regen eine Stadtführung durch Udine, der "venezianischsten" unter den Städten
der Region. Im Rathaus, dem Palazzo d'Aronco, wurden wir vom stellvertretenden Bürgermeister sehr freundlich empfangen.
Die venezianische Baukunst konnten wir dann am Mittwoch, den 5. Mai, bei einem ganztägigen Ausflug nach Venedig
bestaunen. Unsere italienische Begleitlehrerin war Kunsthistorikerin und brachte und mit sehr detaillierten Fachkenntnissen
viele Bau- und Kunstwerke der Stadt näher. Ein Höhepunkt war neben den kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten die kurze Fahrt
über den canal grande in einer Gondel, die nur noch an dieser einen Stelle in Venedig als öffentliche Personenfähre verkehrt.
Am nächsten Tag (Donnerstag, 6. Mai) waren wir vormittags in der Schule und nachmittags in Cividale del Friuli,
der früheren Hauptstadt des Friaul, 16 km von Udine entfernt. Das Wahrzeichen dieser malerischen Kleinstadt ist
der ponte del diavolo (Teufelsbrücke), der in rund 20 m Höhe den Fluss Natisone überspannt. Bekannt ist Cividale
auch für seine Bau- und Kunstwerke aus langobardischer Zeit, die uns von den italienischen Schülern gezeigt wurden.
Am Freitag, den 7. Mai, folgte ein weiterer Höhepunkt unseres Italien-Austausches - ein Ganztagesbesuch von Padua.
Padua ist nicht nur für seine alte Universität und die zahlreichen Bau- und Kunstwerke bekannt (z.B. die Cappella
degli Scrovegni mit dem einzigartigen Freskenzyklus von Giotto über die Lebensgeschichte Marias und Jesu), sondern
ist auch Ziel von vielen Gläubigen aus aller Welt, die alljährlich im Juni zum Grab des hl. Antonius pilgern.
Durch die gleichnamige Kirche wurden wir von einem Mönch geführt, der uns auf sehr lehrreiche und anschauliche
Weise das Leben und Wirken des Sant'Antonio näher brachte.
Bei unserer Rückkehr nach Udine erwartete uns in der Schule ein Abschiedsbuffet, bei dem die Schulleiterin, die
mitwirkenden Lehrer sowie alle Gasteltern versammelt waren.
Das Wochenende verbrachten die Schüler in ihren Gastfamilien und nutzten die Zeit für weitere Ausflüge in die
Umgebung, z.B. an die nicht weit entfernte Adriaküste.
Am Montag, den 10. Mai, traten wir etwas müde die Heimreise an, nach einer Woche, in der wir sehr viel gesehen
und erlebt hatten. Es war auch eine Woche, in der die Schüler ihre italienischen Partner und Familien sowie das
alltägliche Leben in Italien näher kennen lernen und ihre bisher erworbenen Sprachkenntnisse "praktisch" anwenden
konnten. Beim Abschied vor der Schule zeigte sich auch, wie gut sich viele mit ihren Partnern angefreundet hatten
und wie sehr sie an einem Fortbestehen dieser Kontakte interessiert sind.
Auch wir Lehrerinnen sind nach dieser sehr schönen, interessanten und weitgehend problemlos verlaufenen Woche sehr
froh, eine neue Partnerschule in Italien gefunden zu haben, mit der wir auch langfristig einen jährlichen Schüleraustausch
für die Klassenstufe 10 anbieten können.