Bericht über den Schüleraustausch mit dem Liceo Classico
Europeo "Uccellis" in Udine / Italien vom 03. - 09. Mai 2011


Nach dem Besuch der italienischen Gruppe in Renningen im November 2010 fand nun der zweite Teil des Austausches statt: der Gegenbesuch von 16 Renninger Italienisch-Schülerinnen und -Schüler aus den Klassen 10a, b und c in Begleitung von Frau Liebhart und Frau Sotgiu.
Der Austausch mit dem liceo classico europeo "Uccellis" fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Das "Uccellis" ist eine Schule, die von der Grundschule bis zum Gymnasium alle Schultypen und sogar ein Internat unter einem Dach vereint. Eine Besonderheit ist die starke sprachliche Ausrichtung des liceo, so werden beispielsweise die Fächer Biologie und Geschichte auf Deutsch von Lehrern mit deutscher Muttersprache unterrichtet und die Schüler haben die Möglichkeit, neben dem italienischen auch das deutsche Abitur abzulegen. Aus diesem Grund verfügen unsere italienischen Austauschschüler über gute Deutschkenntnisse und zeigen auch viel Interesse für Deutschland.

Am Dienstag, den 3. Mai 2011, reisten wir mit einem Bus in das knapp 700 km entfernte Udine, wo wir gegen 18.00 h ankamen und von unseren Partnern und Gastfamilien herzlich empfangen wurden.

Am nächsten Tag konnten wir zwar nicht am regulären Unterricht der Austauschpartner teilnehmen, erhielten aber durch jeweils eine Stunde Philosophie, Kunstgeschichte und Latein einen Einblick in die italienische Schulwelt. Des Weiteren erhielten wir von unseren italienischen Schülern Informationen zur Geschichte der Region Friuli Venezia-Giulia (Friaul Julisch Venetien) und zur Stadt Udine, die wir nachmittags bei schönstem Frühlingswetter gemeinsam erkundeten.

Am Donnerstag, den 5. Mai 2011, standen das Schloss Miramare, das etwa 10 km von Triest entfernt liegt, und Triest, die Hauptstadt der Region Friuli Venezia-Giulia, auf dem Programm.
In dieser Ecke Italiens sind die Spuren der Habsburger allgegenwärtig, so wurde das Schloss Miramare, das sich auf einem Felsvorsprung über dem Meer erhebt und über einen sehr schönen terrassenförmig angelegten Park mit vielen exotischen Bäumen verfügt, für Erzherzog Maximilian von Österreich (dem Bruder von Kaiser Franz Josef) von 1855-1860 erbaut. Ebenso erinnern die Gebäude in der Stadtmitte von Triest (v.a. die Piazza dell'Unità d'Italia) eher an Wien als an eine italienische Stadt. Unser Stadtführer in Triest war einer unserer italienischen Austauschpartner, der von hier stammt und der uns u.a. auch die Gedenkstätte eines ehemaligen Konzentrationslagers zur Zeit des Nationalsozialismus zeigte.

Der Höhepunkt unserer Austauschwoche war der ganztägige Ausflug nach Venedig am Freitag, den 6. Mai 2011. In einem langen Fußmarsch quer durch die ganze Stadt besichtigten wir die Scuola San Rocco. Tintoretto, selbst Mitglied der Scuola, übernahm die Ausmalung der Räumlichkeiten, die einen der umfangreichsten biblischen Zyklen der italienischen Malerei (entstanden zwischen 1564 und 1581) beherbergen.
Leider war Venedig an diesem sonnigen und warmen Tag das Ziel von sehr vielen Touristen, so dass zum Beispiel ein Besuch der Basilica di San Marco am Markusplatz aufgrund der langen Menschenschlange nicht möglich war. Vermutlich lockten nicht nur die Sehenswürdigkeiten Venedigs viele Touristen an diesem Tag an, sondern auch der zwei Tage später stattfindende Besuch des Papstes.
Bei unserer Rückkehr aus Venedig erwartete uns in der Schule ein leckeres Abschiedsbuffet, an das sich dann ein Fest in der "Aula magna" anschloss.

Da die italienischen Schüler auch am Samstagvormittag Unterricht haben, drückten die Renninger Schülerinnen und Schüler am Samstag, den 7. Mai, die Schulbank und erhielten anschließend beim Besuch des Museo etnografico di Udine einen Einblick in die Sitten und Gebräuche der bäuerlich geprägten Welt des Friauls.
Die restliche Zeit des Wochenendes verbrachten unsere Schüler in ihren Gastfamilien und nutzten die Zeit für weitere Ausflüge in die Umgebung, z.B. an die nicht weit entfernte Adriaküste.

Am Montag, den 9. Mai, traten wir etwas müde die Heimreise an, nach einer Woche, in der wir sehr viel gesehen und erlebt haben. Es war auch eine Woche, in der die Schüler ihre italienischen Partner und Familien sowie das alltägliche Leben in Italien näher kennen lernen und ihre bisher erworbenen Sprachkenntnisse "praktisch" anwenden konnten. Beim Abschied vor der Schule zeigte sich auch, wie gut sich die deutschen und italienischen Schüler in der Zwischenzeit verstehen und wie sehr sie an einem Fortbestehen dieser Kontakte interessiert sind.
Wir Lehrerinnen möchten nach dieser sehr schönen, interessanten und problemlos verlaufenen Woche den Renninger Schülerinnen und Schülern für ihr vorbildliches Verhalten ein großes Lob aussprechen, und wir hoffen, dass wir auch in Zukunft einen Schüleraustausch mit Udine für die Klassenstufe 10 anbieten können.


Angelika Liebhart und Silvia Sotgiu